Dieter Meier

 

Dieter Meier, 1945 in Zürich geboren, trat ab 1968 als Konzeptkünstler in Erscheinung. Mit seinen humorvollen Aktionen im öffentlichen Raum sprengte er damals selbst die Gattungsgrenzen der progressivsten Kunstauffassung. Doch was geradezu spielerisch anmutete, hatte einen ernsten Hintergrund. Mit zahlreichen Aktionen in Deutschland, der Schweiz und den USA nahm sich Meier den großen gesellschaftlichen Fragestellungen an: der Begrenztheit und Unvorhersehbarkeit des Lebens, der Automatisierung von Privat- und Berufsleben, sowie der Sinnlosigkeit und Theatralik unzähliger alltäglicher Abläufe. Parallel entstanden zahlreiche Experimentalfilme. Seit den 1970er-Jahren überführt Meier seinen konzeptuellen Ansatz in fotografische Serien und andere Werkgruppen.

Ende der 1970er-Jahre betrat Meier künstlerisches Neuland: gemeinsam mit Boris Blank gründete er die Elektro-Band Yello, deren Name auf ein Wortspiel von „to yell“ und „hello“ zurückgeht. Schon kurz nach ihrem ersten Vertrag mit dem Avantgarde-Label Ralph Records in San Francisco landete Yello internationale Hits, die in erfolgreichen Hollywood-Filmen zu „Signature“-Songs wurden. Ausgehend von Meiers Experimentalfilmen der 1970er-Jahre entstanden bereits in den frühen 1980er-Jahren erste Musikvideos, die dieses Genres mitbegründeten. Die Videos fanden Eingang in die Sammlungen wichtiger Museen, wie dem Museum of Modern Art in New York und dem Kunsthaus Zürich. Yello wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem World Music Award und der wichtigsten Auszeichnung Deutschlands, dem Echo für das Lebenswerk. Im Herbst 2016 stellt Yello ihr neues Album Toy in vier ausverkauften Konzerten in Berlin vor – es ist der erste Live-Auftritt in der fast vierzigjährigen Band-Geschichte.

1997 betrat Meier abermals neues Terrain. Seither betreibt er in Argentinien ökologische Landwirtschaft. Die Erzeugnisse – darunter Rindfleisch, Wein und Gemüse – werden auch in Meiers eigenen Restaurants in Berlin, Frankfurt am Main, Zürich und demnächst auch in Hongkong angeboten.

Retrospektiven von Meiers konzeptuellen Werken und Musikvideos wurden zuletzt unter anderem im Watermill Center in New York, den Deichtorhallen in Hamburg und dem Aargauer Kunsthaus in Aarau gezeigt.