George Grosz

 

George Grosz (1893–1959) ist ohne Zweifel eine der herausragendsten deutschen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und einer der politischsten Künstler der Kunstgeschichte. In seinem umfangreichen Werk bestechen besonders die virtuosen Zeichnungen durch schonungslose Direktheit und beißende Satire. Mit seinen Figuren, den Entrechteten und Unterdrückten, den Zuhältern und Prostituierten, den Kriegskrüppeln und Kriegsgewinnlern, legt er Missstände bloß, zeigt er Spießertum und moralische Verkommenheit der herrschenden Klasse. Grosz ist Mitbegründer des Dadaismus und der Neuen Sachlichkeit. Noch während der Weimarer Republik wegen „Beleidigung der Reichswehr“ vor Gericht gestellt, wird er in den frühen 30er-Jahren zum Hassobjekt der Nationalsozialsten. Mit der Übersiedelung nach New York im Jahr 1933 rettet er sich und seiner Familie wohl das Leben. Seine Werke werden von den Nationalsozialisten aus den Museen entfernt – viele Hauptwerke bleiben bis heute verschollen. In den USA geißelt Grosz in Zeichnungen und Gemälden den Ungeist der Zeit. Als deutscher Intellektueller im Exil geniesst er den Respekt und die Anerkennung seiner neuen Heimat, kommerziell hat er aber bis zu seiner späten Rückkehr nach Berlin im Jahr 1959 zu kämpfen. Zunehmende Depressionen und Alkoholismus hindern ihn nicht daran, in den 25 amerikanischen Jahren ein sehr umfangreiches und bedeutendes Werk zu schaffen. Grosz stirbt im Juli 1959 in Berlin – nur wenige Monate nach seiner Übersiedelung in die alte Heimat.

Nolan Judin Berlin vertritt gemeinsam mit der Galerie Fred Jahn in München und der David Nolan Gallery in New York den Nachlass von George Grosz. Juerg Judin ist Herausgeber von „George Grosz: Die Jahre in Amerika, 1933-1958“ (Hatje Cantz, 2009).