Dineo Seshee Bopape, Kudzanai Chiurai, Georgina Gratrix, Andrew Gilbert, Kiluanji Kia Henda, Gerald Machona, Gerhard Marx, Meleko Mokgosi, Athi-Patra Ruga

The Beautyful Ones
20. April – 6. Juli 2013

In dem an epochalen Ereignissen nicht armen Jahr 1968 veröffentlichte der Ghanesische Autor Ayi Kwei Armah seinen Roman-Erstling „The Beautyful Ones Are Not Yet Born“. Er beschreibt ein Jahr im Leben seines namenlosen Protagonisten, eines kleinen Beamten der Eisenbahn, der seine Würde und Integrität inmitten des Verfalls zu wahren sucht, den Ghana - wie viele afrikanische Staaten nach der Erlangung ihrer Unabhängigkeit - heimsuchte. In ungeschönter, knapper Sprache übt Armah harsche Kritik an der Korruption der afrikanischen Elite, die nach und nach die ganze Gesellschaft durchdringt.

Die Ausstellung The Beautyful Ones nimmt Armahs Klagelied für ein besseres Afrika als Ausgangspunkt für eine Erkundung des Kontinents durch die Augen von neun jungen, internationalen Künstlern, die der südafrikanische Kurator Storm Janse van Rensburg ausgesucht hat: Dineo Seshee Bopape, Kudzanai Chiurai, Georgina Gratrix, Andrew Gilbert, Kiluanji Kia Henda, Gerald Machona, Gerhard Marx, Meleko Mokgosi und Athi-Patri Ruga. Sie kommen aus Angola, Botswana, Schotland, Südafrika und Simbabwe. Ihre höchst unterschiedliche Erfahrung der Wirklichkeit, ihre vielfältigen Stimmen und Geschichten stehen im lebhaften Gegensatz zur Wahrnehmung von Afrika als einer monolithischen „Problemzone“ durch den Westen. Auch wenn sie über die ganze Welt verstreut leben und arbeiten, verbindet ihre Werke ein roter Faden, dessen Anfang im südlichen Afrika gefunden werden kann. Exemplarisch für eine Generation von Künstlern die mobil sind und deren Schaffen sich einer gängigen Einordnung entzieht, bringt The Beautyful Ones Werke zusammen, die einen Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Realitäten Afrikas erlauben - und in die Lebenserfahrungen und -situationen dieser neun Künstler. Offen bleibt dabei, ob es sich bei ihnen um die „Schönen“ handelt, deren Geburt Armah ersehnt hat - oder ob sie nicht vielmehr der Utopie eines „besseren Afrikas“ eine neue Stimme leihen, auf das sie, wie einst Armah, immer noch warten.